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Abbildung: Schnecken folgen Wegweiser

Folgt man der These von Prof. Bernd Okun in seinem bemerkenswerten Buch „Führung 2.0“, dass sich Entscheidungszeit und Komplexität gegensätzlich entwickeln, stößt man automatisch auf den Widerspruch in der eigenen Finanzbuchhaltung. Die heutige Unternehmenswelt 2.0 zeichnet sich durch immer kürzer werdende Zeiträume für Entscheidungen aus. Gleichermaßen steigt die Komplexität unverhältnismäßig an. Die daraus resultierenden Risiken für Entscheider können eine Finanzbuchhaltung naturgemäß nicht steuern, jedoch aber abfedern. Im schlechtesten Fall jedoch schafft es eine Finanzbuchhaltung mühelos, die Situation noch zu verkomplizieren und zu verschlimmern.

Was ist genau gemeint? Zunehmende Belegflut, komplexe Geschäftsvorfälle, die gebucht werden wollen, unvollständige Dokumentation zu den Geschäftsvorfällen, die Liste der täglichen Widrigkeiten für eine Finanzbuchhaltung ist lang. Und wie begegnet diese dem Ganzen? In der Regel mit neuen Formblättern, Buchungsvorschriften und dem Versuch, neue Sachver-halte in vertraute Schemata zu zwängen. Kurzum, die Unternehmen sind mit traditionellen Methoden in der neuen Welt unterwegs und blockieren sich damit äußerst effektiv selbst! Die Folgen sind weitreichend für die Unternehmenssteuerung in Form der Planungs- und Steuerungsprozesse. Alleine das Kapitel Jahresplanung ist alleinstehend ausreichend, diese Blockade zu verdeutlichen. Da werden stets die gleichen Planungstools, z.T. nur Excel-basiert, verwendet. Da werden monatelange Erstellungszeiträume angesetzt, gerade bei zunehmender Komplexität noch ausgeweitet, eben weil sich die Welt 2.0 nicht mehr in Zahlen fassen lässt.

Abhilfe schafft hier nur eine Finanzbuchhaltung bzw. ein Rechnungswesen, welches sich stets inhärent erneuert und verändert; in bestehenden Organisationen leider kaum zu erwarten.

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Bildquelle: Fotolia.com, Fotograf: ehrenberg-bilder

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