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Abbildung: Eurozeichen

Heute um 13.45 Uhr kam die Meldung von der Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB): Europas Währungshüter senken den Leitzins auf historische 0,15 %. Zudem müssen Banken künftig einen Strafzins bezahlen, wenn sie Geld bei der EZB parken, konkret minus 0,10%.

Warum wurden diese radikalen Schritte vorgenommen?

Aktuell liegt die Inflationsrate bei 0,5% und damit weit entfernt von einer „gesunden“ Inflationsrate in Höhe von 2%. Folge derartig niedriger Raten ist eine Deflation, also ein wirtschaftlicher Abschwung bis zur wirtschaftlichen Depression. Dieses will die EZB mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln vermeiden.

Was bedeutet dieses für Unternehmen?

Nun, da Banken bei ihren nicht ausgereichten Kredit-Finanzmitteln mit einem Strafzins belegt werden, dürfte sich die Kreditfinanzierung sowohl bzgl. Zinshöhe als auch Vergabekriterien noch weiter vereinfachen.
Auf der Anlagenseite dürfte die ohnehin schon schlechte Verzinsung einen weiteren Tiefpunkt erreichen. Das Tagesgeld lag heute am Geldmarkt bei 0,17%, 10-jährige Bundesanleihen erwirtschaften lediglich 1,43%; in beiden Fällen Tendenz weiter sinkend

Was sind weitere Folgen?

Nebeneffekt dürfte die weitere Begünstigung einiger sogenannter Blasen sein, sei es am Aktienmarkt aber insbesondere auch auf dem Immobilienmarkt.
Zudem entsteht ein interessantes Paradoxon. Einige Banken dürften ihr Geschäftsmodell massiv gefährdet sehen infolge der Niedrigzinsphase, die es kaum noch zulässt, angemessene Erträge im klassischen Bankgeschäft wie Kredit- und Einlagengeschäft zu erwirtschaften. Diese Banken dürften dazu verleitet werden, in riskantere Geschäftsfelder zu investieren. Damit konterkariert die EZB ihr ureigenes Ziel der Stabilisierung der Banken (Stichwort Stresstest).

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Bildquelle: Fotolia.com, Fotograf: bluedesign

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