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Abbildung: Bitcoin-Münze

Seit am 3. Januar 2009 die ersten 50 Bitcoins geschaffen wurden, hat sich die digitale Währung schnell weiterentwickelt. Unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto haben ein oder mehrere Entwickler eine Kryptowährung geschaffen, um von konventionellen Währungen und Banken unabhängig zu sein. Die Verbreitung von Bitcoins erfolgt über ein Netzwerk, das von allen Nutzern gemeinsam gebildet wird. Für die Teilnehmer reicht ein Internetzugang aus, sodass Bitcoins in allen Ländern der Welt als Zahlungsmittel eingesetzt werden können. Die virtuelle Geldeinheit verbreitete sich zunächst unter den Internetnutzern, fand ab dem Jahr 2013 aber verstärkt Zugang zu Akzeptanzstellen aus verschiedenen Branchen, wie Hotels, Restaurants, Lieferdienste, Onlinehändler oder Webdienste. Auch Spenden an gemeinnützige Organisationen sind in Bitcoins möglich.

Die Verbreitung von Bitcoins

Die virtuelle Währung wird von Computern erschaffen und von den Nutzern in einer digitalen Brieftasche, Wallet genannt, aufbewahrt. Im Gegensatz zu herkömmlichem Geld drucken die Betreiber keine Geldscheine und prägen keine Münzen. Die Anzahl der bisher erzeugten Bitcoins kann mathematisch berechnet werden. Die Erfinder haben die maximale Anzahl der Kryptowährung auf 21 Millionen Einheiten beschränkt. Die Vermehrung findet durch das sogenannte Mining statt, bei dem neue Bitcoins geschürft werden. Es handelt sich um komplexe Rechenaufgaben, mit denen Zahlungen Dritter bestätigt werden und die den Betrieb des Bitcoin-Netzes sicherstellen. Wenn ein Anwender die Aufgabe löst, erhält er einen Coin als Belohnung. Ungefähr alle zehn Minuten werden etwa zwölf neue Einheiten erzeugt. Daher gehen Experten davon aus, dass aktuell zwischen 16 Millionen und 17 Millionen Coins im Umlauf sind. Die maximale Anzahl von 21 Millionen Bitcoins wird voraussichtlich zwischen 2040 und 2100 erreicht. Da die Rechenaufgaben immer komplexer werden, verlängert sich die Zeit bis zum Schürfen einer neuen Einheit, sodass die Gesamtzahl immer langsamer ansteigt. Privatpersonen sind heute nicht mehr in der Lage, am heimischen PC selbst Bitcoins zu erzeugen. Das übernehmen riesige Bitcoin Farms, also große Hallen, in denen Tausende von Computern rund um die Uhr damit beschäftigt sind, neue Coins zu produzieren.

Kann die digitale Währung im Business eine Rolle spielen?

In Deutschland akzeptieren etwa 100 Unternehmen die digitale Währung. In Österreich können Verbraucher Bitcoins in sämtlichen Postfilialen erwerben. Auch Geldautomaten, an denen Verbraucher Geld einzahlen können, um das Guthaben in ihrer Bitcoin-Wallet aufzustocken, sind in einigen Ländern zu finden. Lealane, ein Hersteller aus Hawaii, produziert physische Bitcoin-Münzen, die mit einem Guthaben aufgeladen werden können. In Nordamerika ist die digitale Geldeinheit stark verbreitet und die Verbraucher können Waren oder Dienstleistungen mit der Kryptowährung bezahlen. Dabei handelt es sich vor allem um Onlinehändler, die Bitcoins zur Bezahlung der Rechnungen akzeptieren. In Japan wurden Bitcoins am 1. April 2017 sogar zu legalen Zahlungsmitteln erklärt. Diese Angaben sprechen dafür, dass die digitale Währung im Business eine Rolle spielen könnte. Dagegen sprechen jedoch die Argumente von Experten, die im Einsatz von digitalen Zahlungsmitteln eine große Gefahr für Unternehmen und Volkswirtschaften sehen.

Welche Herausforderungen ergeben sich für Unternehmen?

Auch wenn die Akzeptanz von Bitcoins weltweit ansteigt, gehen Unternehmen ein großes Risiko ein, wenn sie das digitale Zahlungsmittel akzeptieren. Vor allem die Kursschwankungen der virtuellen Währung stellen einen hohen Risikofaktor dar. So erlebte der Bitcoin-Kurs im Jahr 2017 einen extremen Kursanstieg von etwas über 1.000,00 US-Dollar im Januar bis zu mehr als 6.000,00 US-Dollar im Oktober. Da die Währung nicht durch eine Zentralbank gesteuert und gestützt wird, kann ein ebenso schneller Kurssturz folgen, der ein Unternehmen in ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten bringen kann. Der Kontostand in der Bitcoin-Wallet bleibt für eine Firma nur dann stabil, wenn sie genügend Geschäftspartner findet, die Zahlungen in Bitcoins akzeptieren.

Das stellt gleichzeitig aber auch eine große Chance für zukunftsorientierte Firmen dar. Die Digitalisierung des Rechnungswesens ist ein wichtiger Punkt für einen Betrieb, der Wert auf eine hohe Datenqualität, ein schnelles Reporting und eine bessere Zielerreichung legt. Dazu gehört auch ein papierloser und digitaler Zahlungsverkehr. Wenn Zahlungen nicht mehr über Bankkonten laufen, sondern über das Bitcoin-Zahlungssystem abgewickelt werden, sparen die Unternehmen Zeit und Geld. Weltweite Zahlungen werden schnell und ohne die Berechnung von Gebühren direkt ausgeführt.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Bitcoins gemacht? Sind digitale Währungen aus Ihrer Sicht die Zukunft? Wir freuen uns auf Ihren Kommentar.

Bildquelle: Fotolia.com, Fotograf: DedMityay

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