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Abbildung: Verkehrsschild mit Aufschrift Zinstief

Gut laufende Unternehmen erzielen regelmäßig Gewinne, die sie zinsbringend anlegen möchten. In der aktuellen Niedrigzinsphase mit einem negativen Euribor-Zinssatz und der Geldmarktpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) ist es schwierig, eine attraktive Geldanlage zu finden. Gleichzeitig sprechen einige Banken offen über Negativzinsen oder Strafzinsen für Firmenkonten, auf denen sich ein hohes Guthaben befindet. Daher suchen immer mehr Betriebe nach einer Alternative, um das Guthaben umzuleiten oder in andere Anlageformen zu investieren. Diese Entwicklung entfremdet Unternehmen und klassische Kreditinstitute und zwingt die Firmen, zum Teil erheblich größere Risiken bei der Geldanlage einzugehen. Doch dank ausführlicher Informationen lassen sich die Risiken einschränken und Unternehmen können trotz niedriger Zinsen Geld renditestark anlegen.

Wie verhalten sich Unternehmen in Niedrigzinsphasen?

Ein Unternehmen sollte auf eine ausgeglichene Liquidität achten und Konten mit einem Sollsaldo umgehend ausgleichen. Falls die Bank für ein Geschäftskonto mit einem hohen Guthaben mit Negativzinsen droht, lohnt sich die Überweisung der Gelder auf ein Konto, das bei einem anderen Kreditinstitut geführt wird. Dabei können auch ausländische Banken und Onlineanbieter in Betracht gezogen werden, die zum Teil höhere Zinsen bieten. Gleichzeitig kann sich der Chief Financial Officer (CFO) nach alternativen Anlagemöglichkeiten im kurzfristigen bis mittelfristigen Bereich erkundigen. Dazu müssen die Firmen jedoch ihr Risikoprofil und ihre Anlagerichtlinien anpassen und erweitern.

Welche Anlageideen sind sinnvoll?

In Zeiten niedriger oder negativer Zinsen sollten Unternehmen kein hohes Guthaben auf dem Kontokorrentkonto, einem Tagesgeldkonto oder als kurzfristige Bankeinlagen bis zu sechs Monaten unterhalten. Stattdessen empfiehlt sich die Geldanlage als Termingeld mit einer längeren Laufzeit, für das die Banken höhere beziehungsweise positive Zinsen zahlen. Eine weitere Empfehlung sind Geldmarktfonds, die nach Abzug der Kosten positive Erträge erwirtschaften. Auch Commercial Papers und Kurzläuferanleihen sind eine Ausweichmöglichkeit, um das Firmenguthaben gewinnbringend anzulegen. Unternehmensbeteiligungen oder der Aufkauf eines Konkurrenten stellen weitere Alternativen dar, die eine gute Rendite abwerfen können. Einige Unternehmen, wie Airbus oder der Maschinenbauer Trumpf, haben sogar eine eigene Bank gegründet, um sich von den herkömmlichen Kreditinstituten und Anlageformen unabhängig zu machen.

Welches Risiko gehen Unternehmen bei der Geldanlage ein?

Am Finanzmarkt gilt die Regel, dass mit steigender Rendite auch das Risiko steigt, einen finanziellen Verlust zu erleiden. Das müssen Unternehmer beachten, wenn sie auf der Suche nach einer renditestarken Anlageform sind. Bankeinlagen auf einem Tagesgeldkonto oder einem Termingeldkonto unterliegen der Einlagensicherung und sind eine sehr sichere Geldanlage. Bei einer Investition in einen Geldmarktfonds steigt zwar in der Regel die Rendite, dafür entfällt die Einlagensicherung und der Fonds unterliegt Kursschwankungen. Commercial Papers verlassen den Investment Grade-Bereich, da es sich bei den Emittenten um Unternehmen handelt, deren Rating unterhalb von BBB bei der Ratingagentur Standard & Poor’s beziehungsweise Baa bei Moody’s liegt. Allerdings betrachten Finanzexperten das Ausfallrisiko als gering, da es sich bei den Anleihen um Wertpapiere mit einer Laufzeit von unter einem Jahr handelt. Wenn Unternehmen bereit sind, das größere Risiko zu tragen, können sie auch in einer Niedrigzinsphase eine Rendite im zweistelligen Bereich erzielen.

Empfehlung für Unternehmen

Die wichtigsten Tipps für Firmen in Zeiten niedriger Zinsen lauten:

  • auf eine ausgeglichene Liquidität achten
  • das hausinterne Risikomanagement überarbeiten
  • alternative Anlageformen suchen

Wenn der Finanzvorstand eines Unternehmens das Firmenguthaben bisher ausschließlich in Bankeinlagen investiert hat, muss eine Neustrukturierung des Risikomanagements erfolgen. Geldmarktnahe Papiere werden anders beobachtet und bewertet als herkömmliche Geldanlagen in Form von Tagesgeld, Festgeld oder Termingeld. Die Valutierung eines Geldmarktfonds erfolgt nicht taggleich, sodass der Zahlungsverkehr des Unternehmens auf die geänderte Wertstellung abgestimmt werden muss. Außerdem müssen die Firmen eine ausgewogene Balance zwischen Risiko und Rendite finden, um die Liquidität sowie den Fortbestand des Unternehmens nicht zu gefährden.

Haben Sie Erfahrungen mit alternativen Anlagemöglichkeiten? Wir freuen uns auf Ihren Kommentar.

Bildquelle: Fotolia.com, Fotograf: everythingpossible

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