ICSFinance & Accounting0 Kommentare

Abbildung: Liquiditätsmanagement

Der Bereich Liquiditätsmanagement stellt einen wichtigen Bestandteil einer erfolgreichen Unternehmensführung dar. Die Zahlungsfähigkeit einer Firma wird durch das effektive Arbeiten des Treasurers, wie der englische Ausdruck für den Schatzmeister einer Firma lautet, sichergestellt. In Zeiten der Digitalisierung kommen neue Herausforderungen auf den Treasurer zu. Gesetzliche Bedingungen ändern sich und neue Technologien müssen verstanden und erfolgreich im Unternehmen implementiert werden. Daher müssen sich Treasurer ständig weiterbilden und über alle rechtlichen und technischen Änderungen auf dem Laufenden bleiben.

Welche Aufgaben hat ein Treasurer?

Ein Treasurer steuert und überwacht das Cash Management eines Unternehmens. Er sorgt durch eine aktive und zielorientierte Handlungsweise dafür, dass eine Firma zahlungsfähig ist und auch in Zukunft bleibt. Nicht nur große Betriebe sollten einen Treasurer beschäftigen, sondern auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Experten raten Firmen ab einem jährlichen Umsatz von 100 Millionen Euro, zwingend eine eigene Treasury-Abteilung zu unterhalten. Aber auch kleinere Betriebe mit vielen Krediten oder zahlreichen ausländischen Kunden sollten über den Einsatz eines Treasurers nachdenken. Dabei handelt es sich entweder um den Finanzvorstand des Unternehmens oder um den Chief Financial Officer (CFO), also den Leiter der Abteilung Rechnungs- und Finanzwesen oder die Leistungen werden an qualifizierte Dienstleister outgesourct.
Die zunehmende Digitalisierung stellt die Treasurer vor neue Herausforderungen. Das Risikomanagement wird zunehmend digitalisiert, sodass sich die Abwicklungswege und das Reporting grundlegend verändern.

Wie haben sich die Bedingungen für Treasury verändert?

Das Liquiditätsmanagement eines Unternehmens verändert sich durch die zunehmende Digitalisierung immer mehr. Einige neue Bereiche, mit denen sich Treasurer beschäftigen müssen, sind Big Data, FinTechs, Blockchain und und veränderte Zahlungswege und -formen. Dazu kommen gesetzliche Regulierungsänderungen, die die Bereiche Risikomanagement und Finanzierung betreffen. Hier einige Beispiele für geplante oder bereits umgesetzte rechtliche Neuerungen:

  • Basel I – IV zu Eigenkapitalvorschriften und Regulierung von Banken mit Auswirkungen auf die Kreditvergabe an Unternehmen
  • EU-Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 für einen sicheren und schnellen Zahlungsverkehr in ganz Europa
  • Planung einer EU-Finanztransaktionssteuer für börsliche und außerbörsliche Handelsaktivitäten
  • European Market Infrastructure Regulation (EMIR) über den außerbörslichen Handel mit Derivaten
  • International Financial Reporting Standard 9 (IFRS 9) zur Klassifizierung von Finanzinstrumenten, Wertminderung und Bilanzierung von Hedgegeschäften
  • MiFID II für mehr Verbraucherschutz bei Wertpapiergeschäften
  • Kapitalmarktunion der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU)

Neben den neuen Bereichen und den sich laufend verändernden gesetzlichen Vorgaben stellt auch die weltweit steigende Cyberkriminalität die Treasury-Abteilungen der Unternehmen vor neue Herausforderungen. Die Sicherheitsstandards im Zahlungsverkehr und im Cash Management müssen fortwährend überwacht und den neuesten Bedrohungen angepasst werden.

Wie sehen Sie die Entwicklungen im Treasury? Welch Auswirkungen wird die Digitalisierung haben? Wir freuen uns auf Ihren Kommentar.

Bildquelle: Fotolia.com, Fotograf: ankabala

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.