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Abbildung: Komplexitaet in der Anlagenbuchhaltung

Die Anlagenbuchhaltung wird in den meisten Unternehmen zwar automatisiert abgewickelt, der Bereich ist dennoch oft von massiver Komplexität geprägt. Steigende Anlagenintensität, notwendige Anpassungen an sich ändernde Rechnungslegungsvorschriften sowie vorgeschriebene Werthaltigkeitstest lassen den Komplexitätsgrad so mancher Anlagenbuchhaltung schnell in kaum bewältigbare Höhen schnellen. Wie durch ein strategisch angelegtes Outsourcing der Anlagenbuchhaltung die Unternehmensstruktur wieder schlank und transparent wird und nachhaltige Synergieeffekte erzielt werden können, lesen Sie in diesem Beitrag.

Was versteht man unter Anlagenbuchhaltung?

Als Teil der Finanzbuchhaltung erfasst die Anlagenbuchhaltung das Anlagevermögen (werthaltige Gegenstände und Vermögensteile) eines Unternehmens. Dieses setzt sich aus materiellen Vermögensgegenständen (Fahrzeuge, Gebäude, Geschäftsausstattung, Maschinen etc.) wie auch immateriellen Vermögensgegenständen (Software, Markenrechte, Patente etc.) zusammen. Die Anlagenbuchhaltung beinhaltet eine Vielzahl komplexer und zeitkritischer Vorgänge, die mit diversen Personen, Buchungssystemen und mitunter auch unterschiedlichen Rechnungslegungsstandards koordiniert werden müssen. Dennoch wird ihr meist wenig Aufmerksamkeit geschenkt, denn die meisten Geschäftsvorgänge auf Anlagenkonten – etwa die Abschreibung – werden automatisiert abgewickelt.

Was verursacht die Komplexität der Anlagenbuchhaltung?

Anlagenbuchhaltungen sind in ihrer Komplexität für Unternehmen eine stetige Herausforderung. Der laufende Wandel des firmeninternen Anlagevermögens – hauptsächlich bedingt durch Neuanschaffungen und Wertminderungen – sowie laufende Änderungen im Rechnungslegungsrecht erfordern nicht nur eine regelmäßige Fortbildung der Mitarbeiter, sondern auch grundsätzliche Überlegungen, mit welchen Maßnahmen – etwa durch Implementierung eines Outsourcing der Anlagenbuchhaltung – dieser Vielschichtigkeit begegnet werden kann.

Komplexitätstreiber sind

  • Anlagenintensität
  • Käufe und Verkäufe von Unternehmen bzw. Teilbereichen (Carve-Outs)
  • Kaufpreisallokationen (Purchase Price Allocations)
  • Bewertung nach Handelsrecht, Steuerrecht und IFRS ( zzgl. Impairment-Tests)
  • Abrechnung von Sonderposten für Investitionszulagen, Investzuschüssen, Investbeteiligungen
  • Abrechnung von Anlagenversicherungen

Massive Komplexitätsentfacher sind häufige Kaufs- und Verkaufstransaktionen, sogenannte Carve-Outs. Denn dadurch müssen Anlagegüter immer wieder neu auf die entsprechenden Bereiche aufgeteilt bzw. diesen zugeordnet werden. Bei Grund und Boden ist häufig eine Trennung oder Zusammenlegung von Grundstücken und anderen Teilflächen erforderlich, was eine Neuvermessung erforderlich macht. Parallel dazu müssen häufig Neubewertungen vorgenommen werden, wobei die Komplexität mit der Anzahl zu berücksichtigender Rechnungslegungsstandards steigt. Weitere Komplexitätstreiber sind Kaufpreisallokationen (Purchase Price Allocations) sowie Impairment-Tests nach den IFRS-Buchführungsregeln. Kaufpreisallokationen dienen dazu, bei Einbeziehung eines erworbenen Unternehmens in den Konzernabschluss der Muttergesellschaft den Kaufpreis auf die einzelnen übernommenen Sachwerte und Verbindlichkeiten zu verteilen. Auch der Werthaltigkeitstest (Impairment-Test) reiht sich in die Reihe der Komplexitäts-Turbos ein. Denn die Rechnungslegungsvorschriften des IFRS verlangen eine exakte periodische Beurteilung einer möglichen nachhaltigen Wertminderung von Anlagegütern, was einen entsprechenden Aufwand verursacht.

Wird das laufende Tagesgeschäft mit derartigen Aktivitäten überfrachtet und sind auch noch unterschiedliche Standards in der Rechnungslegung zu beachten, steigt der Komplexitätsgrad einer Anlagenbuchhaltung schnell an.

Anlagenbuchhaltung beim externen Dienstleister

Outsourcing im Rechnungswesen bedeutet einen Zugewinn an Flexibilität hinsichtlich Ressourcen und Kosten. Zahlreiche Risiken der täglichen Praxis, die einen durchgängig reibungslosen Geschäftsablauf stören können, werden abgefedert. Dazu gehören Mitarbeiterausfälle (auch temporär) oder Personalmangel bei starkem Unternehmenswachstum. Da Neueinstellungen häufig nicht durchsetzbar sind, kann ein externer Dienstleister die Lücke nicht nur schnell, sondern auch kompetent schließen. Das Rechnungswesen steht heute insgesamt höheren Anforderungen gegenüber. Viele Projekte, die im Grunde nicht im Rechnungswesen angesiedelt sind, binden dennoch enorme Kapazitäten in diesem Bereich, sodass das Tagesgeschäft darunter leidet.
Outsourcing-Partnerschaften eröffnen neue Freiräume, um der zunehmenden Komplexität und Aufgabenvielfalt zu begegnen. Spezialisiert z.B. auf den Prozess der Anlagenbuchhaltung werden die Serviceleistungen zu jeder Zeit nach den aktuellen Bestimmungen erbracht. Für die laufende Weiterbildung sorgt der BPO-Partner.
Outsourcing-Services in der Buchhaltung werden zudem variabel abgerechnet, z.B. nach Anzahl von Belegen. Neben der Ressourcenflexibilität erhöht ein Outsourcing zudem so die Kostenflexibilität im Unternehmen.

Wie haben sich die Anforderungen an das Rechnungswesen aus Ihrer Sicht verändert ? Wir freuen uns auf Ihren Kommentar.

Bildquelle: Fotolia.com, Fotograf: ra2 studio

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